Franz Heindl

Hilfsarbeiter. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1906   † 1944

 

Lebenslauf

Franz Heindl wurde am 26.6.1906 in Wien geboren. Er war als Hilfsarbeiter beschäftig und arbeitete in der Akkumulatorenfabrik Varta(heute ÖFA-Akkumulatoren GmbH) in Liesing und war aktives Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs. Sein Bruder Michael war ebenfalls im Widerstand.

Widerstand, Todesurteil, Hinrichtung

Franz Heindl war im Widerstand für die "Rote Hilfe" tätig. Er gab kommunistische Flugschriften an seinen Bruder Michael zur Verbreitung weiter. Franz Heindl wurde am 14.5.1943 gemeinsam mit seinem Bruder Michael verhaftet. Am 27. November 1943 wurden die Brüder zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung von Franz und Michael Heindl erfolgte am 13. März 1944 in Wien.

Aus dem Urteil

“(…) der Angeklagte Franz Heindl hat sich seit 1941 mehrfach um die Beschaffung kommunistischer Flugschriften bemüht und 1942 ein Paket mit Flugschriften seinem Bruder Michael zwecks Weiterverbreitung übergeben. (…) Der nationalsozialistische Staat würde sich selbst aufgeben, wenn er Menschen, die noch im 4. Kriegsjahr bewusst für die Kommunisten arbeiteten, nicht endgültig aus der deutschen Volksgemeinschaft ausschließen würde.”

Straßenbenennung

Am 15.2.1949 wurde eine Verkehrsfläche in Wien Liesing (Brüder Heindl-Gasse) nach den Brüdern Franz und Michael Heindl benannt.

Gedenkorte

1950 wurde zu Ehren zweier Mitglieder der antifaschistischen Widerstandsgruppe in der Akkumulatorenfabrik Varta (heute ÖFA-Akkumulatoren GmbH), die im Landesgericht Wien enthauptet wurden, ein Denkmal errichtet. Es ist Viktor Mrnustik (1902–1943) und Franz Heindl gewidmet, trägt die Inschrift Niemals vergessen und zeigt zwei großformatige Porträts der Widerstandskämpfer. Das Denkmal befand sich einige Jahrzehnte in der Siebenhirtenstraße 12 in Wien-Liesing, rechts nach der Fabrikseinfahrt, und war nicht öffentlich zugänglich. Nach dem Abriss des alten Fabrikgeländes wurde das Denkmal vor dem Eingang des Liesinger Friedhofes an der Siebenhirtenstraße neu aufgestellt, wo er nunmehr öffentlich zugänglich ist.

Am 1. November 1954 wurde auf dem Atzgersdorfer Friedhof das Freiheitskämpfer-Denkmal enthüllt, gestaltet vom Bildhauer Franz Pixner. Es erinnert an insgesamt 24 Widerstandskämpfer, die dem Austrofaschismus bzw. dem NS-Regime ihr Leben lassen mussten: Anton Bergauer, Leo Dworschak, Hans Fröhlich, Karl Griesbach, Franz Hauer, Franz und Michael Heindl, Leopold Hofmann, Therese Klostermann, Richard Lehmann, Rudolf Mekiska, Viktor Mrnustik, Heinrich Müller, Josef Müller, Leopold Müller, Josef Nagl, Johann Sauer, Karl Schafhauser, Fritz Seiler, Max Spanner, Leopold Stípčak, Richard Suchy, Johann Teufel und Josef Willinger.

Gedenkort im Wiener Landesgericht

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Wir erinnern uns

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